Künstliche Gelenke

In Deutschland werden jedes Jahr rund 300 000 künstliche Gelenke implantiert, davon sind 200 000 Hüftgelenke. Die meisten Schädigungen an Gelenken entstehen durch Arthrose. Aber auch rheumatische Erkrankungen, Überbelastungen, angeborene Fehlbildungen und Übergewicht führen zu einem Verschleiß der Gelenkknorpel und der Gelenke selber.
Schulter-, Ellenbogen- und Sprunggelenke werden äußerst selten ersetzt, häufiger durch Arthrose zerstörte Fingergelenke.

Bei einer Hüftarthrose machen sich meist Schmerzen in der Leisten-oder Gesäßgegend bemerkbar. Die Schmerzen bei einer Kniearthrose treten im Knie selber, aber auch in den Oberschenkeln und den Waden auf. Durch vorhandene Schmerzen in den Gelenken verfällt man oft in Fehlhaltungen, die weitere Schmerzen verursachen. Vor allem die Wirbelsäule wird durch solche falschen Haltungen in Mitleidenschaft gezogen.
Arthrose-Patienten klagen besonders morgens über den sogenannten „Anlaufschmerz“. Die Gelenke sind steif und unbeweglich und es bedarf einige Zeit und einiger Schmerzen, bis sie wieder richtig funktionieren. Bei fortgeschrittener Arthrose treten sogar in der Nacht Schmerzen auf.

Der Orthopäde befragt vor der eigentlichen Untersuchung den Patienten über seine Beschwerden und kann sich so schon ein Bild über den aktuellen Stand der Erkrankung machen. Bei einer Hüftgelenksarthrose ist besonders die Drehbewegung des Hüftgelenks nach innen eingeschränkt. Bei einer Arthrose im Knie treten die Schmerzen intensiv nach einer Belastung auf, wenn man z.B. aus der Hocke wieder in den Stand geht.
Zusätzliche Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie ermöglichen weitere Diagnostiken.

Der Ersatz von Hüft-oder Kniegelenken ist heute eine Routine-OP und dauert, je nach Gelenk, ca. 1,5 Stunden. Die OP erfolgt entweder unter Vollnarkose oder einer lokalen Betäubung, bei der nur bestimmte Körperregionen schmerzfrei gehalten werden.

Rund 80% der Außenfläche eines künstlichen Hüftgelenkes haben direkten Kontakt mit den sie umgebenden Knochen. Dadurch erlangen sie einen besonders festen Halt und können bis zu zwanzig Jahre ihren Dienst erfüllen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass Implantate im Laufe der Zeit ausgetauscht werden müssen.

Der Prothesenschaft eines Hüftgelenkes besteht meist aus Titan. Seit einiger Zeit werden auch kleinere, so genannte Stummelprothesen eingesetzt. Sie haben einen strukturierten Schaft und der Gelenkkopf besteht meist aus Keramik. Der Vorteil der kleineren Implantate besteht darin, dass bei ihrem Einsatz nicht mehr so viel Knochensubstanz entfernt werden muss.

Bei zementierten Prothesen wird eine Art Kleber verwendet, um das künstliche Gelenk sicher in der Gelenkpfanne zu verankern. Das geschieht unter hohem Druck, um eine große Stabilität zu gewährleisten. Zementfreie Prothesen werden eher bei jüngeren Patienten eingesetzt, da der Knochenstoffwechsel bei ihnen noch sehr aktiv ist.Dadurch entsteht schnell eine hohe Festigkeit des neuen Gelenkes in seiner Umgebung.
Die Hybridprothese stellt eine Kombination aus zementfreier und zementierter Prothese dar. Die Gelenkpfanne wird zementfrei verankert, der Schaft mit Knochenzement gefestigt.

Der sogenannte „Oberflächenersatz“ wird heute in den meisten Fällen bei geschädigten Kniegelenken eingesetzt. Hierbei werden die zerstörten Knorpeloberflächen mit Metallimplantaten überzogen. Durch diese Technik bleibt dem Patienten das eigene Gelenkgefühl erhalten und somit eine gut kontrollierbare Beweglichkeit des Knies.

Diese OP kann allerdings nur durch geführt werden, wenn die Seiten- und Kreuzbänder, die das Gelenk stabilisieren, noch gut erhalten sind. Heute können ca. 30 verschiedene Gelenke durch Prothesen ersetzt werden.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Operation kann es auch beim Einsetzten einer Gelenksprothese zu Komplikationen kommen. Blutergüsse, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Verletzungen von Blutgefäßen oder Nerven können auftreten. Ein besonderes Risiko bei Hüftoperationen besteht in der Gefahr, dass der Oberschenkelschaft brechen kann. Die Kosten für Operation, Implantat sowie für die Nachsorge übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

Bei einem normalen OP- und Heilungsverlauf und einer erfolgreichen Reha kann man auch mit einem künstlichen Gelenk wieder Sport treiben. Es sollte jedoch Gelenkschonende Sportarten ausgeübt werden. Geeignet sind Radfahren, Schwimmen, Golf oder Wandern.
Skisport und Skilanglauf sind eher ungeeignet, da sie die Gelenke belasten und eine hohe Sturzgefahr bedeuten. Profi-und Wettkampfsport sollte ebenfalls nicht mehr ausgeübt werden. Die neuen Gelenke pflegt man so, wie man es auch mit den eigenen tun sollte:

- Vermeidung von Übergewicht
- Eine gesunde und ausgewogene Ernährung
- Regelmäßige Bewegung




Autor: Isi14
Veröffentlicht am:
Dienstag, 7. Dezember 2010, 14:51 Uhr
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